KAFFEEBOHNEN MIT GESCHICHTE

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Vietnam ist der zweitgrößte Kaffee-Exporteur der Welt. Das hat das Land auch der DDR zu verdanken. Die hatte vor knapp 35 Jahren damit begonnen, in der Provinz Daklak Kaffeeplantagen anzubauen, Infrastruktur zu errichten und Arbeitsplätze zu schaffen. Doch ernten konnte sie den Kaffee nicht mehr, die Wende kam dazwischen.

Menschen auf vietnamesicher Kaffeeplantage

Siegfried Kaulfuss sitzt in einer kleinen Kaffeerösterei in Balgstädt an der Unstrut und genießt die Früchte seiner Arbeit. Im wahrsten Sinne des Wortes, denn er trinkt Kaffee aus Vietnam. Er war der stellvertretende Generaldirektor des Kombinats Nahrungsmittel und Kaffee in der DDR. Und wurde in den 1970er-Jahren damit beauftragt, Kaffee in Vietnam anzubauen: “Als der Vietnam-Krieg zu Ende war – Vietnam hatte große wirtschaftliche Probleme – sie suchten dringend Geld aus dem Ausland. Und in der DDR war eine ähnliche Situation. Der Kaffee musste in Dollar bezahlt werden, den hatte die DDR nicht.”

In Daklak, einer Provinz im Süden des Landes auf 600 Metern Höhe, sollten die Kaffeeplantagen entstehen. Aus dem Nichts, denn vorher war dort nur Urwald, wurden die Plantagen gebaut, Straßen und Häuser errichtet und somit Menschen angezogen. Das war eine schöne Zeit, erzählt Siegfried Kaulfuss:

“Die Leute hatten nichts. Nichts anzuziehen, nichts zu essen, aber waren freundlich, haben uns geholfen. Deshalb habe ich bis heute eine tiefe Verbundenheit mit Vietnam.”

Siegfried Kaulfuss, ehemaliger stellvertretender Generaldirektor des Kombinats Nahrungsmittel und Kaffee in der DDR

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